IG Metall-Betriebsrätebefragung: Wirtschaftslage im Südwesten bleibt angespannt

• Beschäftigung sinkt deutlich • Investitionen bleiben aus und Transformation stockt. Stuttgart. Die baden-württembergische Industrie steht unter wachsendem Druck. Das zeigt die aktuelle Befragung der IG Metall unter 180 Betriebsräten.

Betriebsräte


In 48,8 Prozent der Betriebe wird Personal abgebaut, während nur 11 Prozent neue Stellen aufbauen. Gleichzeitig reichen in zwei Dritteln der Betriebe die Investitionen nicht aus, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.

Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg: "Wenn Beschäftigung abgebaut und Zukunftsinvestitionen verschoben werden, schwächt das den gesamten Standort. Betriebe müssen jetzt Kurs auf Modernisierung und zukunftsfähige Technologien setzen statt auf Rückzug."

Viele Betriebsräte berichten zudem von fehlenden Transformationsstrategien und zu langsamen Entscheidungswegen. 47 Prozent halten die bestehenden Konzepte ihrer Unternehmen für nicht überzeugend, 62 Prozent empfinden die internen Prozesse als zu träge. Zugleich belasten hohe Energiepreise fast die Hälfte der Betriebe deutlich.
Resch betont: "Transformation braucht Klarheit und Tempo. Beschäftigte brauchen Orientierung. Unternehmen müssen ihre Strategien schärfen und die Politik muss für planbare Energiepreise sorgen, damit Investitionen nicht weiter blockiert werden."

Mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg fordert die IG Metall klare industriepolitische Ziele. 
Resch fordert: "Die neue Landesregierung muss Investitionen, Qualifizierung und verlässliche Energiepolitik in den Mittelpunkt stellen. Baden-Württemberg darf im internationalen Wettbewerb keine Zeit verlieren."

 

Weitere Informationen zur Befragung: Die Betriebsrätebefragung der IG Metall findet seit einigen Jahren halbjährlich statt. Der aktuelle Befragungszeitraum erstreckte sich vom 16. Februar bis 6. März 2026. Es beteiligten sich Arbeitnehmervertretungen aus 180 Betrieben in Baden-Württemberg.